TuS Fahrradtour war ein voller Erfolg, ein Reisebericht mit Fotostrecke

Die 14. geführte TuS-Fahrradtour vom 08.-10. Mai 2026 rund um Paterswolde, Groningen und Umgebung

Ein Bericht von Manfred Plavenieks

Am Freitag, den 08.05. 2026, um 06.15 Uhr, war es wieder einmal soweit. Die erste Fähre legte
mit dem Tross der Radwanderer in Norderney unter Führung von Manni Hahnen bei einem
wunderschönen Sonnenaufgang ab. Das Gepäck befand sich bereits im Begleitfahrzeug, das auch
diesmal von Wolfgang (Wolle) Meinhardt gelenkt wurde. In Norddeich Mole angekommen, wartete
bereits der Bus von ‚Jakobs Reisen‘ mit dem Fahrer Lothar, der stolz die Verladetechnik des neuen
Fahrradanhängers vorführte. Einige TuS-Mitglieder, allen voran Jochen Extra, halfen bei der
Verladung der ‚Drahtesel‘, die in der Mehrheit (Verhältnis 10:9) noch nicht elektrisch unterstützt
wurden. Das Ganze dauerte gerade knapp 20 Minuten und dann konnte es in Richtung holländische
Grenze mit vorherigem letzten Stopp in ‚Duitsland‘ gehen.
Auf der Fahrt dorthin erfolgte durch Manni Hahnen die obligatorische Einweisung mit
Sicherheitshinweisen und über den geplanten Verlauf der Radwanderung. Man merkte, dass
mittlerweile solide Routine lange Erklärungen kaum noch erforderlich macht. Entsprechend kurz
hielt sich der Radtourleiter.
Im ostfriesischen Weener angekommen wurden auf einem Riesenparkplatz verschiedener
Großmärkte die Fahrräder in bewährter Weise entladen und für die Weiterfahrt per ‚Pedaltritt‘ zur
Verfügung gestellt. Hier konnten die Teilnehmer aus dem Begleitwagen, den der Fahrradverleih
Heckelmann zur Verfügung gestellt hatte, Getränke, Äpfel und Bananen in ihre Rucksäcke
verstauen, um für zwischenzeitliche Pausen während der Radwanderung gerüstet zu sein.
Gegen 09.30 Uhr startete der TuS-Fahrradtross Richtung holländische Grenze. Über Bunde ging es
nach Bellingwolde und die Teilnehmer befanden sich eine knappe ‚Fahrradstunde später‘ in den
Niederlanden. Das Abenteuer Holland entdecken konnte beginnen.
Die Landschaft ähnelt sehr dem ostfriesischen Raum, aber gleich zu Beginn fallen die gut
ausgebauten Radwege auf. In Blijham geht es über eine der vielen Fahrradbrücken, die das
Überqueren der unzähligen kleinen Kanäle, von der die Landschaft durchschnitten wird, erst
ermöglichen.
Ortschaften wie Oudeschans, Winschoten, Meeden usw., die wir allesamt passieren bzw. am
Wegesrand liegenlassen, weisen schon gewisse Unterschiede zu unseren Heimatgründen auf.
In Winschoten gibt es gleich zwei schöne, in den Ortskern integrierte und unserer Inselmühle
ähnelnden Windmühlen zu bestaunen. Es gibt so viele im Verlauf der Strecke, das nur noch
wohlwollend registriert – aber nicht mehr gleich fotografiert wird.
In Muntendam war gegen Mittag Rast angesagt. Ein kleiner Restaurantimbiss bot die Möglichkeit,
einen Kaffee, Cappucino oder was auch immer zu sich zu nehmen und ein stilles Örtchen
aufzusuchen. Gleichzeitig bestand die Möglichkeit, sich auch aus dem Begleitwagen mit Brötchen,
Wurst, Käse, Hähnchenschnitzel usw. zu verpflegen. Dazu musste Wolle per Smartphone
herbeigerufen werden. Er vollbrachte während der ganzen zweieinhalb Tage als Autofahrer große
Leistungen, vor Ort zu sein oder uns zu finden, wo wir uns aufhielten.
Alle langten stets kräftig zu, denn rege körperliche Bewegung verursacht Hunger. Es hatten sich
wieder Sponsoren auf der Insel gefunden, die unsere Verpflegung spendeten. Nachdem alle
Bedürfnisse befriedigt waren, konnte es weitergehen.
Manni, unser Tourleiter, nahm das Zuidlaardermeer ins Visier. Die Landschaft hielt alles, was wir
uns von ihr versprachen. Ständig wurde fotografiert, auf etwas Besonderes hingewiesen oder nur
andächtig beschaut. Hier kam schon die Frage auf: Wer hat wann, wo, was im Bild festgehalten und
kann es der Gruppe zur Verfügung stellen? Es sollte sich am Ende herausstellen, dass diese 14. TuSFahrradtour
sehr intensiv dokumentiert worden ist. Die üppige Fauna und Flora lässt sich vom
‚Drahtesel‘ aus natürlich auch besonders gut beobachten.
Dieses Brutpaar Nilgänse mit fünf Küken ist ein Beispiel dafür. Auf der Seite der WhatsApp-
Gruppe „TuS Norderney Fahrradtour“ kann man eine Vielzahl sehr schöner Aufnahmen, die von
den Teilnehmern ins Netz gestellt wurden, betrachten.
Am Campingplatz Zuidlaardermeer Meerwijck sollte gegen 15.00 Uhr eine kurze Rast von einer
Viertelstunde gehalten werden. Die Eigendynamik einer großen Gruppe und Individualinteressen
führten dazu, dass nach einem Blick von Manni Hahnen auf die Uhr das ganze auf eine halbe
Stunde verlängert wurde. Dann ging es aber weiter. Um 15.45 Uhr erreichten wir in Kroopswolde
wieder einen Kanal, der mit einer Pünte gequert werden musste. Es war für alle das erste Mal, dass
man mit einer solarkraftbetriebenen Kleinfähre übersetzte.
Da diese nur 10 Personen mit Fahrrädern fasste, musste gleich in zwei Gruppen gefahren werden.
Das hat allen wirklich Spaß gemacht.
Es zeigt doch, dass sich mit Solarkraft im angemessenen kleinen Rahmen Bemerkenswertes
aufstellen lässt.
Durch das Naturschutzgebiet Appelbergen bewegte sich die Fahrradschlange Richtung
Paterswolde. Alle waren dann auch froh, gegen 16.20 Uhr das Fletcher-Familienhotel Paterswolde
erreicht zu haben und Quartier nehmen zu können. Die Fahrräder wurden in dem für sie
vorgesehenen Schuppen des Hotels abgestellt. Es gibt für die E-Bikes genug Ladeleisten mit den
entsprechenden Steckdosen.
Für einige blieb noch etwas Zeit, vor dem Duschen auf der Terrasse noch ein „verdientes Getränk“
zu bestellen, um sich anschließend auf das Abendessen vorzubereiten. Die Hotelführung hatte
extra spezielle Speisekarten für die Fahrradtour-Teilnehmer/innen ausgedruckt. Man hatte
wahlweise aus verschiedenen Vorschlägen auswählen können, was der Hotelküche vorgelegt
worden war. Es gab Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise – also ganz klassisch. Schon das erste
Angebot fand allgemeine Zustimmung und es kehrte an den Tischen satte Zufriedenheit ein. Manni
Hahnen ließ in geraffter Form den ersten Tag der Fahrradtour Revue passieren und freute sich über
den Besuch der Schwester seiner Frau Anne; Kathrin mit ihrem holländischen Ehemann Edwin, die
in Paterswolde als Ärztin praktiziert und dort mit ihrer Familie Heimat gefunden hat.
Kirsten Extra hatte dann noch eine sehr schöne Überraschung bereit. Der einzige, der ALLE
vierzehn Fahrradtouren, die bisher stattgefunden haben, mitgemacht hat, war Frank Lumert. Er
wurde von ihr nach vorne gebeten und mit einer extra angefertigten Krone als „TuS-Fahrradtour-
König“ bei starkem Beifall der Teilnehmer geehrt. Die Freude bei ihm war riesengroß.
Er selbst hielt auf charmante Weise in der ihm eigenen Art noch ein eigenes Resümee. Frank ist seit
Jahrzehnten wunderbar in die TuS-Familie integriert worden und zahlt dieses mit großer Treue und
Hilfsbereitschaft zu jeder Zeit zurück.
Für einen kurzen Augenblick war er auch „Hahn im Korb“, was ihm sichtlich gefiel. Allen fiel
übrigens auf, dass Anne Hahnen und ihre Schwester Kathrin große Ähnlichkeit aufweisen.
Während der Ehrung Franks saßen die Teilnehmer noch an zwei Tischreihen.
Danach reihte man sich um EINEN Tisch und diskutierte die unterschiedlichsten Themen. Neben
dem, was die Fahrradtour des ersten Tages an Eindrücken gebracht hatte, wurde auch vermittelt,
was es an „Norderneyer Geröttel“ derzeit so gibt. Auch das gehört zum Austausch einer komplexen
Gemeinschaft wie so einer kleinen Gruppierung. Alle lernen sich daneben auch näher kennen, was
das Schöne an der stets unterschiedlichen Zusammensetzung der Teilnehmer ist. Man darf es
vorweg nehmen: Der Gemeinschaftsgedanke, mit Gleichgesinnten etwas Sinnvolles zu
unternehmen, hat einmal mehr auch bei dieser Veranstaltung des TuS Norderney gewonnen.
Abgekämpft und zufrieden gingen alle schließlich zu Bett. Damit endete der erste Tag einer der
schönsten Fahrradtouren, die bis dato stattgefunden hatten.
Am Samstag war dann die streckenmäßig längste Tour geplant. Uli Cramer und Manni Hahnen
hatten in ihrer Ankündigung von „rund um Paterswolde, Groningen und Umgebung“ geschrieben.
Die Komoot-Aufzeichnung von Jochen Extra vermittelt als Karte einen Eindruck über die über 90
km Weg, die auf dem Fahrradsattel zurückgelegt wurden.
Morgens ging es erst einmal in westliche Richtung. Elderpiep, Leutingewolde, Nietap, Leek,
Midwolde, Grijpskeerk usw. usw. lauteten die Ort- und Landschaften, die man durchquerte.
Es ist eine wunderschöne Fauna und Flora, die sich den radfahrenden Betrachtern darbot. Unser
Tourleiter achtete sehr darauf, ein Tempo einzuhalten, dass auch ein vernünftiges Fortkommen
gewährte. Besonders gut gelang es dort, wo man sich auf den großzügig ausgebauten Radwegen
bewegte. Das Durchfahren der Ortschaften, die auf der Strecke lagen, sorgte stets für eine gewisse
Tempoverringerung.
Für ausgiebige Blicke nach rechts und links blieb damit selbstverständlich Zeit. Während es
morgens auf dem Fahrrad noch recht kühl war, stiegen gegen Mittagszeit die Temperaturen in den
angenehmen Bereich. Das gesamte Land ist von kleinen Schloten und Kanälen durchzogen.
Deshalb gibt es eine Unmenge von Brücken, die man zu überqueren hat. So musste man öfter
einmal aus dem Sattel, was mit der Zeit für alle aber gar nicht mal unangenehm war. Stundenlanges
Sitzen selbst bei Bewegung hat so seine Tücken. Da es jedoch stets genügend Ablenkung gab,
brauchte man den leicht schmerzenden Hinterteilen nicht die ganz große Aufmerksamkeit zu
schenken.
Die ganzen Landschaftsbilder können in diesen Bericht nicht aufgenommen werden, sie stehen zur
Betrachtung auf der WhatsApp-Seite ja auch bereit. Am Nachmittag hatten wir nach einer Unzahl
von Eindrücken Groningen erreicht. Die ursprüngliche Absicht, auch hier ein wenig zu verweilen,
wurde schnell verworfen, da plötzlich die Zeit drängte. Groningen wird von den Holländern als DIE
Fahrradstadt angepriesen. Für die TuS-Fahrradtourgruppe war es eine enorme Umstellung, aus der
gewissen Gemütlichkeit der Landschaftsbetrachtung vom Sattel aus plötzlich in die Hektik einer
größeren Stadt zu geraten. Man hatte auch den Eindruck, dass die einheimischen Zweiradfahrer
eigenen Verkehrsregeln folgen. Eine Teilnehmerin meinte: „Das ist hier ja das reine Wildwest, der
stärkere und schnellere gewinnt!“ So gab es verzwickte Situationen, die eine genaue
Standortbestimmung recht schwierig gestalteten. Nachdem sich innerhalb der TuS-Teilnehmer die
erforderliche Disziplin wieder durchgesetzt hatte, konnte aber das Ziel Paterswolde fokussiert ins
Auge gefasst werden.
Es ging noch einmal auf einer schönen Strecke an einem Kanal entlang und nach einer knappen
Stunde kam unser ‚Fletcher-Familienhotel‘ in Sicht. Die Gruppe hatte am Samstag über 90 km
zurückgelegt und jeder und jedem sah man an, dass das auch genug gewesen war.
Das Abendessen, das vom freundlichen Hotelpersonal aufgetischt wurde, wurde dankbar
entgegengenommen. Der Kalorienverbrauch forderte den entsprechenden Ausgleich durch
Nahrungsaufnahme. Alles in allem herrschte große Zufriedenheit und die Gruppe ging zum
gemütlichen Teil des Erfahrungsaustausches über. Vom sozialen Aspekt her ist eine Veranstaltung
wie die TuS-Fahrradtour wirklich enorm gemeinschaftsfördernd. Sie hat dadurch ihre Berechtigung,
auch zukünftig fortgeführt zu werden. Bei seinem Kurzresümee hielt sich Radtourleiter Manni
Hahnen allerdings noch bedeckt. Anders als in den Vorjahren kündigte er vorerst keine Fortsetzung
im Jahre 2027 an. Allerdings würde damit eine Jubiläumstour zum fünfzehnten Mal ausfallen, was
schon schade wäre und dann doch gewisse Hoffnungen weckt.
Am Sonntagmorgen war es dann wieder soweit: Die Radtourteilnehmer stärkten sich noch einmal
ausgiebig am Frühstücksbüffet im Hotel, dessen Angebot wohl alle zufriedenstellte. Hier gab’s für
jede und jeden als Selbstbediener eine breitgefächerte Auswahl an Brot, Brötchen, Aufschnitt,
Milchprodukten, Konfitüren, Obst usw., alles frisch und ansprechend dargeboten. Dem Chronisten
hat als Getränk der ‚Kaffee Verkeert‘ besonders gut gefallen, manche wählten einen Café au Lait
und andere den Cappucino. Wenn der Grundsatz gilt: „Ohne Mampf kein Kampf“ war für den
Antritt der Tour von Paterswolde/Groningen nach Delfzijl wohl die gesamte Teilnehmerschaft
bestens gerüstet.
Einige Sorgenfalten bereitete den bis dahin sehr verwöhnten Radtouristen der Blick auf die
WetterApp, denn es wurde zwar kein Regen aber durchgehend stärkerer Wind aus östlichen
Richtungen angekündigt. Die E-Bike-Nutzer waren da etwas gelassener als die „Normalstrampler“,
denen an Kraftaufwand wohl mehr abverlangt werden würde. So kam es dann natürlich auch.
Wie der Blick auf die Kommot-Karte zeigt, wies der Kurs schnurstracks nach Nordosten in die
kleine Ortschaft und den holländischen Großhafen an der Ems. Die Radwege hatten die gewohnte
Qualität wie bisher und die Landschaft beeindruckte weiterhin.
Manni Hahnen drückte trotz des Gegenwindes aufs Tempo, damit der Fahrradtross zeitig genug
vom in Delfzijl wartenden Bus mit Anhänger wieder aufgenommen werden konnte. Dank der
Ausdauer aller Teilnehmer wurde der Treffpunkt auch sehr pünktlich angesteuert. Auch diesmal
ging die Verladung der Fahrräder in den Anhänger rasch vonstatten.Der Besuch eines dortigen
Hafencafés wurde noch zur Wahl gestellt. Entweder noch einen Kaffee trinken oder die 15.30 Uhr-
Fähre in Norddeich anzuvisieren, hieß die Devise. Die Mehrheit war für letzteres.
Lothar, unser Busfahrer, drückte mit seinem Gespann dann auch mächtig auf die Tube. Kurz vor
15.00 Uhr erreichten wir letztendlich den Hafen Norddeich und dank der Routine beim Ausladen
der Fahrräder konnten wir erleichtert unsere Fähre zur Heimatinsel aufsuchen.
Auf der Fähre wurde dem Radtourleiter für das Team Uli Cramer, Manni Hahnen und Wolfgang
(Wolle) Meinhardt der obligatorische Umschlag mit einem von den Teilnehmern gespendeten
Geldbetrag als kleines Dankeschön für eine erneut spannende, erlebnisreiche und wunderschöne
Radtour überreicht. Dieses Angebot des Inselvereins hat ein bemerkenswertes
Alleinstellungsmerkmal. Auch hier bieten ehrenamtliche Kräfte ohne Absicht der Gewinnerzielung
ein fantastisches Gemeinschaftserlebnis an. Dafür gebührt ihnen Respekt und Anerkennung, – und
wer weiß – , vielleicht sehen sich alle im nächsten Jahr auf der Jubiläums-Radtour des TuS
Norderney e.v. wieder.
– Ende des Berichts –

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