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„TuS ist für Norderney unentbehrlich“

Bericht vom 16.12.2015 (Ulrich Cramer)

Quelle: Bericht Ostfriesischer Kurier vom 12.12.2015

Ehrenamt Vorsitzender Manfred Hahnen über den großen Inselverein und seine Herausforderungen

VON BERNHARD UPHOFF
Norderney – Mit 1187 Mitgliedern ist der TuS Norderney der fünftgrößte Verein im Kreissportbund Aurich. Die besondere Insellage bedeutet für den Vorsitzenden Manfred Hahnen und seine Vorstandskollegen eine zusätzliche Herausforderung. „Wir wollen allen Insulanern die Möglichkeit geben, in einem breit gefächerten Angebot etwas Passendes zu finden“, sagt der 55-Jährige. Seit 47 Jahren ist Hahnen TuS-Mitglied. Nachdem er im Alter von 25 Jahren die C-Lizenz erworben hatte, arbeitete er 20 Jahre lang als Trainer der Jugend und der ersten Herrenmannschaft sowie zehn Jahre lang als Spartenleiter Fußball. Der dreifache Familienvater, der als Hallen- und Platzwart bei der Stadt Norderney beruflich tätig ist, engagiert sich seit 1997 im Vorstand und ist seit sieben Jahren Vorsitzender des TuS Norderney. Der KURIER setzt mit dem Interview seine Serie „Ehrenamt“ fort, in der über die vielfältige Arbeit in Vereinen berichtet wird.

KURIER: Herr Hahnen, der TuS Norderney gehört mit fast 1200 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen im Kreissportbund Aurich. Wie funktioniert die Arbeit in einer so großen Gemeinschaft mit
14 Sparten?
HAHNEN: Funktionieren kann ein so großer Verein ehrenamtlich nur dann, wenn viele engagierte Menschen helfen und Verantwortung übernehmen. Wir haben in allen Sparten zuverlässige und kompetente Spartenleiter, die das Bindeglied zwischen Sparte und Vorstand sind.

KURIER: Worauf legt der TuS in seiner Vereinsphilosophie wert? Was sind die beliebtesten Sparten?
HAHNEN: Unsere Philosophie ist eigentlich ganz einfach. Wir wollen allen Insulanern die Möglichkeit geben, in einem breit gefächerten Angebot etwas Passendes zu finden. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren viel Neues in unser Programm aufgenommen, besonders der Rehasport findet großen Zuspruch. Der Vorstand ist immer bemüht, hier nicht stehenzubleiben sondern für alles offen zu sein. Die beliebtesten Sparten sind natürlich nach wie vor der Fußball und der Handball, besonders als Mannschaftssport bei den Kindern und Jugendlichen.

KURIER: Wie läuft die Nachwuchsarbeit im Verein, wie groß ist der Zuspruch? Wie schwierig ist es, auf einer Insel mit ihrem beschränkten Einzugsgebiet qualifizierte Trainer und Betreuer zu finden?
HAHNEN: Die Nachwuchsarbeit läuft absolut vorbildlich. Wir haben alle Teams mit Trainern besetzt und haben im Bereich der Kinder und Jugendarbeit zurzeit keine Probleme. Natürlich sind auch bei uns in erster Linie engagierte Eltern im Einsatz, die meist früher selbst im TuS aktiv waren. Im Seniorenbereich ist es deutlich schwieriger, da viele Kurse auch durch private Mitbewerber kommerziell angeboten werden und dort Geld zu verdienen ist.

KURIER: Welche Besonderheiten bringt die Insellage zudem mit sich? Wie groß ist der Aufwand von Fußballern oder Handballern, die am Spielbetrieb teilnehmen?
HAHNEN: Natürlich ist der Aufwand der Hand- oder Fußballer viel höher. Wir sind auf Schiff sowie Busse angewiesen und können nicht mal eben mit eigenem Pkw zu den Spielen fahren. Der TuS hat im Jahr allein 45 000 Euro Fahrtkosten zu stemmen, der Zeitaufwand ist natürlich auch viel höher. Abendspiele sind aufgrund der Schifffahrt auch nicht möglich.

KURIER: Welche Vorteile bringt die Insellage?
HAHNEN: Die Vorteile sind, dass häufig Spieler zum Arbeiten auf die Insel kommen und ihren Sport dann im TuS ausüben. Die Sportanlagen sind einzig durch den TuS genutzt. Wir müssen weder Halle noch Plätze teilen. Durch unser Alleinstellungsmerkmal haben wir auch keine Probleme, Sponsoren für Trikots oder ähnliches zu finden.

KURIER: Norderney ist durch vielfältige Großveranstaltungen als Sportinsel bekannt. Wie sind so große Turniere im
Beachsoccer oder Beachhandball zu stemmen? Wie wichtig sind sie für den Verein?
HAHNEN: Veranstaltungen wie Beachhandball oder -fußball sind nur zu stemmen, weil  wir in der Lage sind, durch Mitglieder etwa 120 Helfer zu stellen, die einen reibungslosen Ablauf gewährleisten. Durch diese Großveranstaltungen ist der TuS mittlerweile in ganz Deutschland ein Begriff. Das ist sehr wichtig für die Außendarstellung, immerhin ist es das größte Jugendturnier in Deutschland. Wir haben zuverlässige Partner beim Sponsoring und sehr große Unterstützung durch Stadt und Kurverwaltung.

KURIER: Große Tradition hat der Cityabendlauf auf Norderney. Wird die kurze Veranstaltungspause im nächsten Jahr beendet? Sind Organisatoren für 2016 gefunden?
HAHNEN: Der Cityabendlauf ist leider wohl durch den TuS nicht mehr denkbar. Die Organisation ist extrem aufwendig und leider gibt es zurzeit niemanden, der das leisten kann oder will.

KURIER: Was fasziniert Sie persönlich am TuS Norderney? Welche Rolle spielt der Verein für die Insel?
HAHNEN: Mich persönlich verbindet mein ganzes Leben mit diesem Verein. Man kennt jeden. Es ist in dem großen Tourismustrubel auf der Insel die Möglichkeit, mit Insulanern Sport zu treiben und soziale Kontakte zu pflegen. Die soziale Komponente ist gerade auf einer Insel mit Tourismus sehr wichtig. Für Norderney ist der TuS unentbehrlich, nicht umsonst ist jeder vierte Norderneyer Mitglied.

KURIER: Wie sehen die Vorhaben oder Pläne des Vereins für die Zukunft aus?
HAHNEN: Die Pläne für die Zukunft sind, auch weiterhin allen Insulanern ein breit gefächertes, auf alle Altersstufen angepasstes Sportangebot bereit zu stellen. Besonders gilt es, den veränderten Anforderungen durch den demografischen Wandel gerecht zu werden. Besonders für die Älteren ab 50 Jahren möchten wir in Zukunft noch viel mehr anbieten.

KURIER: Welchen Wunsch haben Sie mit Blick auf die Vereinsarbeit beim TuS?
HAHNEN: Ich wünsche mir, dass es auch in Zukunft möglich ist, ein moderates Beitragsniveau zu erhalten. Das geht nur, wenn der Verein weiter ehrenamtlich geführt wird und auch die Trainer und Betreuer weiterhin ihre Freizeit kostenlos zur Verfügung stellen. Ich bin aber nicht sehr optimistisch diesbezüglich. Einige Beispiele in den Nachbarvereinen zeigen eine eindeutige Tendenz ins Gegenteil.